The Dead Sound
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People of the Noise))), heute einfach mal subjektiv.

Ich hab ja schon das Vergnügen gehabt, euch von den bisherigen Songauskopplungen Into The Dark und No Tomorrow von The Dead Sound zu berichten. Wer jetzt erst neu hinzukommt, der möge doch einfach schnell die entsprechenden Newsartikel nachlesen und sich die zugehörigen Tracks reinziehen, um noch ein paar mehr Hintergrundinfos zu dieser von Karl Brausch (seines Zeichens auch Drummer bei den Post-Punks von Love A) ins Leben gerufenen Band zu bekommen.

Ich bin ja weder eingefleischter Post-Punk-Fan, noch jemals wirklich im Shoegaze oder New Wave/Dark Wave zuhause gewesen, fand Gang of Four, A Certain Ratio oder The Pop Group immer cooler als Joy Division und bin mit P.I.L., Siouxie, Anne Clark, New Order oder Human League auch nur peripher in Berührung gekommen. Die frühen The Jesus and Mary Chain oder natürlich auch Sonic Youth aus den USA trafen mit ihrer noisigen, verzerrteren Note dann immer schon eher meinen Nerv und bis zu A Place To Bury Strangers oder jüngst auch sowas wie The Soft Moon hatte ich meinen Focus eigentlich eher woanders. Auch My Bloody Valentine, Slowdive, Swervedriver, Lush und so’n Zeug sind größtenteils an mir vorübergegangen.

Warum erzähle ich das alles? Nun ja, seitdem die Promo-Dateien von Cuts, dem bevorstehenden Debüt von The Dead Sound, auf meinem Rechner angekommen sind, sind die Songs hier doch schon mehrfach digital rotiert, denn die Platte haut für mich einfach so dermaßen in die Kerbe der frühen Jesus and Mary Chain oder natürlich von A Place to Bury Strangers, dass es nur so eine Freude ist und vor allem, ohne dabei plagiatorisch zu sein.

Sicherlich kommen auch bei The Dead Sound typisch authentische Genre-Zutaten wie Drum Machine, Reverb/Hall und Verzerrte Gitarrenwände zum Einsatz, mal noisiger, mal auch etwas dreamiger, doch funktionieren die Tracks auf Cuts einfach hervorragend und bahnen sich schnörkellos den Weg in den Kopf der ZuhörerInnen. Das Ganze funktioniert sowohl hinterm Steuer beim Autofahren in der Nacht oder in schwelgerisch- melancholischer Armosphäre auf dem Sofa, kann ich euch versichern.

Mit dem Video zu Do You Fear? verkürzen The Dead Sound nun nochmal die Wartezeit auf das am 19.07. auf Crazysane Records erscheinende Debütalbum Cuts und teasern dieses meiner Ansicht nach mit einem der stärksten Songs, die darauf vertreten sind. Ein Song, der sich stetig weiter voranschraubt und 1 Minute vor Ablauf nochmal mit einer weiteren Schippe Verzerrung und einer veränderten Gitarrenlinie losbricht.



The Dead Sound zu Do You Fear?:

Dieser Song handelt von dem Gefühl in Umstände, die ausserhalb der eigenen Kontrolle liegen, verwickelt zu sein, und die dich zum Teil des Problems und nicht zum Teil der Lösung machen. Es geht darum, belogen zu werden und sich selbst zu belügen um weiter zu machen, wohl wissend, dass dieses Haus der Lüge jederzeit zusammen  brechen könnte.

Wer, im Gegensatz zu mir, eingefleischter Fan der Genres ist, die von The Dead Sound zitiert werden, dürfte an den Tracks von Cuts eine helle (oder auch dunkle) Freude haben. Und wer sich retrospektiv vielleicht neue (alte) Genregrenzen erschließen möchte, der kann für den Bereich Post-Punk/ Shoegaze auch durchaus hier den Anfang machen. Toller Track, tolles Album.

Titelbild: The Dead Sound | (c) Kenny Tran & Jan Hillebrand

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