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Was muss das wohl für ein Gefühl sein, wenn man bei einem Gesangswettbewerb den Platz des Sängers bei seiner Lieblingsband gewinnt? So oder so ähnlich muss es Greg Puciatio bei „The Dillinger Escape Plan“ ergangen sein (So kenne ich die Geschichte zumindest).

Nachdem der ehemalige Sänger Dimitri Minakakis die Band verliess und Mike Patton nur für ein kurzes Gastspiel auf der Ep „Irony is a dead Scene“ der Band beitrat griff Greg Puciato zum Mikro und liefert bis dato grossartige Arbeit ab, welche auf „One Of Us Is The Killer“ nun perfektioniert wird.

Aber was red ich hier eigentlich nur vom Gesang, das ganze Album ist durchzogen von grossartigem Schlagzeug (Was ich nach dem Verlust von Chris Pennie und anschliessend auch Gil Sharone schon fast abgeschrieben hatte.) intelligenten Riffs, Breaks und Ideen.

Verdreht und verzwickt waren The Dillinger Escape Plan schon immer, so nun auch auf dem neuen Album. Aber was sich schon seit „Ire Works“ und dem grossartigen „Option Paralysis“ abgezeichnet hat, wird auch auf „One Of Us Is The Killer“ fortgeführt: Dass man nämlich auch mit ein paar echt eingängigen, groovigen und vor allem melodiösen Parts aufwarten kann und damit wieder einmal mehr der Konkurrenz davonläuft. „Paranoia Shields“ sei hier als Beispiel genannt, oder auch „Nothing’s Funny“.

Das sind, und ich traue mich schon fast nicht es zu sagen: Echte Ohrwurmgaranten! Und ob dies beabsichtigt war oder nicht, wurde ich bei dem Album einmal kurzzeitig an meine Kindheit erinnert. Nach ein paar Sekunden des Songs „Understanding Decay“ hört es sich für mich so an, wie den „Polizeifunk“ den man früher an alten Radios einstellen konnte. Ob das heute noch geht: Keine Ahnung. Wenn nicht, dann weiss die jüngere Generation jetzt wahrscheinlich garnicht „Wovon redet der alte Mann da?“.

Es gibt viele Zweifler und Nörgler, die mit der Band heute nichts mehr anfangen können und sich nach alten „Calculating Infinity“ zurücksehnen. Ich seh das ganz anders, bin mit der Bandentwicklung mehr als zufrieden und freue mich über die Konstanz mit der die Band gute Alben auf den Markt wird und sich dabei auch konsequent weiterentwickelt. Natürlich sind Songs wie „One Of Us Is The Killer“ oder auch Teile von „Nothing’s Funny“ und „Paranoia Shields“ weitaus poppiger geraten als noch zu früheren Zeiten, aber wer wie ich schon die letzten beiden Alben genial fand, der wird auch diesmal seine helle Freude an dem Album haben.

Die Instrumental- und Gesangsarbeit auf diesem Album ist überragend, bei so viel Chaos gleichzeitig einen solchen Groove zu erzeugen ist eine schwierige Aufgabe, und gerade wenn man sich einer Musik wie dem Mathcore verschrieben hat, dann kann dort auch eine ganze Menge schief gehen. Nicht so bei „The Dillinger Escape Plan“.

Sie ziehen einfach ihr Ding durch und erschaffen ein Wahnsinns-Album nach dem Anderen. Wenn ich Punkte vergeben würde: 9 von 10.

1 Prancer Start
2 When I lost my bet Start
3 One of us is the killer Start
4 Hero of the Soviet Union Start
5 Nothing’s funny Start
6 Understanding decay Start
7 Paranoia shields Start
8 CH 375 268 277 ARS Start
9 Magic that I held you prisoner Start
10 Crossburner Start
11 The threat posed by nuclear weapons

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