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Mit einer Mischung aus Indie-Rock, Wave-Pop und Post-Rock veröffentlicht The Halo Trees aus Berlin ihr Debüt-Album Antennas to the Sky auf dem eigenen Label Winter Solitude Productions.

Vö: 21.06.2019 Winter Solitude Productions CD kaufen

Zu der von Band-Gründer, Songwriter, Gitarrist und Sänger Sascha Blach zusammengestellten Band gehören Kathrin Bierhalter (Gitarre, Geige, Gesang), Serdar Uludag (Bass) und der Schlagzeuger Stefan Helwig. Eine EP mit dem Titel Time and Tide wait for no Man erschien bereits 2018.

Seit 2016 tüftelt Sascha Blach an seiner Vision eines tief-melancholischen Sounds mit viel Raum für Stimme und handgemachte Instrumentierung. Inspiriert von Nick Cave, The Cure, David Bowie, Mark Lanegan, The National und Editors hat Blach in hunderten von Stunden im bandeigenen Winter Solitude-Studio am eigenen Sound mit viel Tom-Toms, melodischen Bassläufen, atmosphärischen Gitarren, einer prägnanten Geige sowie seiner sonoren, warmen Stimme gefeilt. Herausgekommen ist ein Debüt-Album, das aufzeigt, dass auch eigenes Potential in der Band steckt.

Der Opener King of Frowns ist zugleich die erste Video-Veröffentlichung des Albums. Ein Up-Tempo-Wave-Pop-Song, der deutlich an The Cure und The National erinnert. Eingängig und radiotauglich, allerdings auch wenig innovativ.

Bullet for Peace ist die Verbeugung vor dem späten David Bowie und ein schön morbider Song, der textlich und melodisch in Abgründen wandert. Dieser Song wurde als zweite Video-Veröffentlichung präsentiert und sowohl The Cure als auch  Nick Cave mit The Bad Seeds hätten Spaß an so einem Song. Bei Don´t Belong zeigt Sascha Blach sein Talent zum Arrangieren von textgetragenen Tracks auch wenn die zweite Hälfte des Songs dann wieder deutlich an Tempo gewinnt. Der Echo-Gesang von Kathrin Bierhalter gönnt dem Song eine zusätzliche Veredelung. The Violent Words kopiert The National fast eins zu eins und hat sich musikalisch und inhaltlich nach der Hälfte schon erschöpft.

Der anschließende Song Mysterious Girl ist dann erstmals großes Kino, dass die klare Eigenständigkeit des Songwritings von Blach zeigt, der keine Indie-Songs reproduzieren muss, sondern reichlich eigene Ideen hat. Eine wunderbare Komposition, gerne mehr davon. Der Track Hipsters & Whores, der als dritte Video-Veröffentlichung vorliegt, ist dann leider wieder Wave-Pop von der Stange. Nighmare coming true erinnert in den ersten Tönen an Billy Idol oder Iggy Pop und wird dann wieder eine düstere Ballade a la Nick Cave. Bei Secret Hideaways steigert sich das Tempo und trotzdem bleibt es wieder ein tief-melancholischer Song nach dem Muster von The Cure zur Zeit von Disintegration. Mit WideWideWorld folgt der zweite Song nach gleichem Schema. Auch hier haben The Cure zweifelsfrei Pate gestanden.

Der finale Song der offiziellen Tracklist ist When the storm comes, der endlich wieder einen klaren und eigenständigen Sound entwickelt. Auch hier ist es zwar nicht weit zu den mehrmals erwähnten Vorbildern aber der Song hat eine deutlich andere und eigene Struktur, die wohltut.

Als ersten Bonus gibt es den Song Alone in a room full of mirrors, der es unbedingt hätte auf die offizielle Tracklist schaffen müssen. Eine Songperle, die unverständlicher Weise als Bonus-Track versteckt wird. Der zweite Bonustrack ist A lonely Song i humbly sing ist ein tiefmelancholischer Song der ebenfalls zu Unrecht nur als Bonus-Track dasteht. Diese beiden Tracks entschädigen für so manches vorher gehörte.

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Zusammenfassung
Beim kommenden Album sollte Sascha Blach auf sein Songwriting vertrauen und die ausgetretenen Wave-Pfade von The Cure, The National und Nick Cave verlassen. Es ist erkennbar ausreichend eigenes Song-Potential (siehe Bonus-Tracks) vorhanden, um ein Album zu tragen.
3.5
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