Retro mal ganz anders – Hamburg bringt den Beat zurück!

7″ kaufen Vö: 01.12.2017 Légère Recordings

The Honey Ryders aus der großen Hansestadt haben just ihre Debut-Single herausgebracht und das standesgemäß ausschließlich auf Vinyl. Darauf befindet sich eine feine Mischung aus klassischen Beat, etwas Garagerock, ganz leichten Punkspitzen und hervorgerufen durch den teils etwas moderneren Sounds auch etwas Britpop.

Das namensgebende „Hey! Hey! Hey!“ kommt schon mit ordentlichen Beat-Referenzen um die Ecke und gefällt mit knackigen, nicht zu sauberen Gitarren. Die Musik unterliegt einer spürbaren Dynamik, die Stimme ist klar und angenehm. Es stellen sich zum Refrain hin mehrstimmige Gesänge und einzelne „oohs and aahs“, ohne dass das Ganze zu gefällig wird. Das 60s-feeling wird durch die beateleske Gangart kreiert, die aber dennoch frisch und modern wirkt. „The Beat Goes On“ ist schon etwas aggressiver, etwas zerriger und erinnert mehr an die ewigen Konkurrenten der Fab Four. Der Chorus ist wahnsinnig rhythmisch, der ergänzende Frauengesang passt hier wie die Faust auf’s Auge. Etwas flotterer Gang steht den Honey Ryders auch gar nicht schlecht, was spätestens bei abschließenden „I don’t wanna“ feststehen dürfte. Der wirklich schmissige, coole Garagerocker erinnert angenehm an die Arbeit eines jungen Pete Townshend und stellt das eindeutig stärkste Stück des Erstlings dar. Hier wird nichts beschönigt oder poliert, hier wird einfach dem beatigen Rock’n’Roll gehuldigt und anständig drauf los gescheppert. So mag ich das!

Die 7“ wirkt schon auf den ersten Blick höchst wertig, gut verarbeitet und klingt auch noch super. Daran gibt es überhaupt nichts auszusetzen, das Ding kann man bedenkenlos kaufen.

Insgesamt wirken die ersten beiden Stücke noch etwas vorsichtig, was sie verglichen mit „I don’t wanna“ klar in den Schatten stellt. Ich würde bei auf einem (hoffentlich geplanten) Longplayer mehrere solcher Kracher wünschen. Ansonsten ist das hier ein solides Neo-Beat Stückchen.

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  • 7/10
    Autor Steffen Eggert - 7.0/10
7/10

Kurzfassung

Insgesamt wirken die ersten beiden Stücke noch etwas vorsichtig, was sie verglichen mit „I don’t wanna“ klar in den Schatten stellt. Ich würde bei auf einem (hoffentlich geplanten) Longplayer mehrere solcher Kracher wünschen. Ansonsten ist das hier ein solides Neo-Beat Stückchen.

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