Vinyl immer portofrei bei jpc.de

Ende 2012 denken sich drei Hamburger: „Gründen wir doch mal eben ’ne Sludge Metal Band.“ Also schnappte Freden die Gitarre, Cécile stimmte ihren Bass und Philipp spannte die Felle seiner Trommeln nach. Voilà: Sechs Monate später ist „They Fall“ fertig, das Debüt von The Moth.

Debütalben sind selten mit hohen Erwartungen aufgeladen, umso mehr können sie deshalb überraschen. „They Fall“ ist ein typischer Fall von: Platte rein, Kinnlade runter und schon wird gebangt, dass die Haare fliegen. Massives Riffing an der Gitarrenfront und griffige Drums soweit die Ohren hören. Besonders eindrucksvoll wirkt der konsequent durchgezogene Wechsel zwischen Männer- und Frauenstimme in den Songs, der eine enorme Dynamik mit sich bringt.

Der Sound könnte ruhig ein bisschen fetter produziert sein, aber das wollen wir bei einem technisch sonst einwandfrei umgesetzten Debüt nicht bemängeln. Dadurch drängt sich aber das ganze Album über das Verlangen auf, The Moth live sehen zu wollen: Wenn dir das Riff von „Open Forrest“ von der Bühne herunter ins Gesicht bläst, bist du sicher drei Tage später noch im Adrenalinrausch.

Doomig wird’s nur einmal auf „They Fall“, nämlich beim Titeltrack. Für Freunde von kriechenden Soundwalzen ist der Song ein Leckerbissen auf dem sonst verhältnismäßig im Uptempo gehaltenen Album.

Beim ersten Durchlauf zündet „They Fall“ zwar, erschließen wird es sich aber erst nach mehrmaligem Hören. Der Song „Wasted Time“ ist ein Paradebeispiel dafür: Über die Stimmen gelegte Effekte wecken einen verträumten Beigeschmack und Melodien werden langsam erkennbar. Aber ist die Tonfolge erst mal in deinem Kopf, wirst du sie nicht mehr so schnell los.

Anekdote am Schluss: Das Cover ziert eine kürzlich noch unbekannte Mottenart aus Venezuela. Das Foto wurde der Band vom Entdecker zur Verfügung gestellt, einem Sludge-Connaisseur und Biologie-Dozenten.

Schreibfehler gefunden? Sag uns bescheid, indem Du den Fehler markierst und Strg + Enter drückst.

Lade mehr ähnliche Artikel
Lade mehr von Marc Michael Mays
  • Bonnie Prince Billy

    Bonnie Prince Billy – I (have) made a Place

    Will Oldham, der seit 1999 unter dem Künstlernamen Bonnie Prince Billy auftritt, ist zweif…
  • Tindersticks – No Treasure But Hope

    Tindersticks – No Treasure but Hope

    Über das letzte Tindersticks-Album The Waiting Room (2016) schrieb ein Rezensent im Pitchf…
  • Fiva

    Fiva – Nina

    Fiva ist schon lange im Hiphop Business unterwegs. Länger als die Kollegahs und Flers der …
Lade mehr in Alben
Bitte Anmelden um zu kommentieren

Kommentar verfassen

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Auch Interessant

Elton John – Ich

Elton John reiht sich nunmehr ein in die Riege der großen Musiker:innen, die eine Autobiog…