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Wenn eine Band ihr viertes Album ganz schlicht nach dem eigenen Bandnamen nennt, erwartet man eher eine Art Zusammenfassung des bisherigen Schaffens als eine drastische Abkehr vom bisherigen Werk. Aber nur in diesem Sinne verwundert „The Samuel Jackson Five“ ziemlich schnell. Für weitere Wunder sollte man sich Zeit nehmen, denn ansonsten könnte dieser mittlerweile erstaunlich zerbrechliche und fordernde Post-Rock der Norweger schnell in der Flut der Genreveröffentlichungen untergehen.

Nicht weil er es nicht besser verdient hätte, sondern weil dieses Album einfach nicht den leichten Weg gehen will. Präzise aber auch abstrakt tauschen The Samuel Jackson Five die gelegentliche Kraftmeierei ihrer Vorgänger gegen noch mehr Jazz und Art, bemühen in diesem Sinne alle Instrumente und Tools, die der Proberaum hergibt, und schrecken erstmals auch nicht mehr vor richtigem Gesang zurück. In diesen Momenten klingt der schräge Haufen nach aufgeräumten Portugal.The Man und wirkt damit wie ein Gegenpol zu auf Anhieb ungreifbareren Momenten in denen Banjos, Bläser, elfenartige Chöre und 80er Synthies mühsam damit beschäftigt sind Klanglandschaften zu malen, in denen man sich verlieren und treiben lassen soll.

Damit sich der Hörer nicht vorkommt wie in einer steuerlosen Raumkapsel, werden ihm gelegentlich erstaunlich sanfte und sonnige Momente an die Seite gestellt und so hangelt sich „The Samuel Jackson Five“ inmitten des musikalischen Irrsinns von Pause zu Pause, von Melodiebogen zu Melodiebogen und belohnt die Geduld mit mit stets unkonventionellen Glückseligkeiten im Leben eines Musikliebhabers.

Wurden die Norweger vorher oft mit Mogwai verglichen, haben sie mit ihrem vierten Album zwar nicht immer ein zwingendes und mitreißendes Stück außergewöhnlicher Musik geschaffen aber sich definitiv vom Schatten solcher Vergleiche befreit und damit einen ganz eigenen Weg beschritten, dem mehr neue Hörer als alte Wegbegleiter folgen werden.

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