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Seit inzwischen 8 Jahren ist das Golden Leaves Festival in intimer entspannter Atmosphäre ein Anziehungspunkt für musikbegeisterte Junggebliebene, die an den zwei Festivaltagen in Scharen mit Kind und Kegel nach Darmstadt zum Open-Air-Happening pilgern.

Neben ausgesucht guter Musik gibt es allerlei kulinarische Köstlichkeiten aus aller Herren Länder, die überwiegend vegetarisch/vegan angeboten werden, auch kleine selbstgemachte alternative Mitbringsel zu erwerben.

Das anfangs im Crowdfunding-System angelegte Festival, welches ursprünglich an unterschiedlichen (geheimen) Standorten stattfand, hat inzwischen im Garten des Jagdschlosses Kranichstein im nordöstlichen Stadtteil Kranichstein seine Heimat gefunden. Eine tolle Location und der passende Raum für die große Anzahl an treuen Musikbegeisterten, denn wie jedes Jahr sind auch 2019 bereits kurz nach Verkündung des Termins und der teilnehmenden Bands alle Ticket ausverkauft.

Auf den guten Musikgeschmack der Veranstalter von Live at Bedroomdisco e.V. kann man sich blind verlassen und die Referenzliste der letzten Jahre liest sich wie ein Who-is-Who des Indie-Pop: Shout Out Louds, The Notwist, Me And My Drummer, Paper Kites, Alex Vargas, The Late Call, Dan Mangan, Glass Animals, Caroline Keating, William Fitzsimmons und viele mehr.

In diesem Jahr sind Mogli, Mighty Oaks und The Slow Show die Headliner des Festivals. Zudem waren auf den zwei Bühnen abwechselnd so interessante Künstler wie L’Aupaire, Hundreds, Die Höchste Eisenbahn, Stella Donelly oder Villagers zu hören. Üblicherweise ist um 13.00 Uhr Einlass und die erste Band steht ab 14.45 Uhr auf der Bühne und der jeweilige Headliner des Tages startet seine Show um ca. 20.15 Uhr. Jede Band hat bis zu 1 Stunde Zeit für ihre Show, so dass die BesucherInnen bequem von einer Bühne zur anderen ziehen können. Am Samstag und Sonntag sind jeweils 8 Bands live zu sehen, da lohnt sich tatsächlich ein Zwei-Tages-Ticket.

The Slow Show sind am Samstag-Nachmittag ab 18.30 Uhr bei noch strahlendem Sonnenschein auf der kleineren Bühne und absolvieren vorab einen Soundcheck, bei dem das Publikum gerne ein paar Fragen beantwortet bekommt. Routiniert und sympathisch lässt sich Sänger Rob Goodwin auch aus kürzester Distanz auf die Fans und BesucherInnen ein.

Vagabond aus dem neuen Album Lust and Learn (Review) eröffnet den Auftritt gegen 19.15 Uhr und der Song nimmt die ZuhörerInnen gleich mit in die Stimmungswelten der Band. Dresden, die ernste Hymne aus dem Debüt-Album White Water (Review) folgt danach und bringt das gut gelaunte Publikum beschwingt zum Tanzen, bevor Stranger Now das Tempo wieder herausnimmt und deutlich langsamere Töne anschlägt.



Genau so geht Wohlfühl-Atmosphäre auf einem Open-Air-Festival und der gutaufgelegte Goodwin erinnert sich gerne daran, dass die Band vor Jahren bereits in Darmstadt aufgetreten ist und dankt dem Publikum für die Treue. Spätestens mit den wenigen Sätzen in Deutsch und dem Bekenntnis „Darmstadt you are Beautiful“ hat er sich die Herzen der ZuhörerInnen gesichert.

Mit Hard to Hide aus dem neuen Album wird dann das Tempo wieder angezogen, bevor es mit Augustine den nächsten Seelenstreichler gibt. Breaks today aus dem 2016er Album Dream Darling ist ebenfalls eine getragene Ballade und passt sich der langsam einsetzenden Abendstimmung an.

Der folgende Song Ordinary Lives ist dann wieder ist schöne Tanznummer und das Publikum ist über den punktgenauen Tempowechsel sichtbar erfreut und nimmt die Aufforderung zum Hüftenschwingen gerne an. Wieder langsamer wird es bei Loser’s Game bevor das beschwingte Flowers to burn das Finale einläutet.



Als Höhepunkt und Anschluss der Bühnenshow gibt es gegen ca. 20.00 Uhr den Mitsing-Klassiker Bloodline, der sich langsam zur Bandhymne entwickelt.

Das Publikum singt bei vielen Songs begeistert mit und es gibt dementsprechend auch den gebührenden langanhaltenden Applaus als sich die Band zum Abschluss gemeinsam vor dem Publikum verbeugt. Ein wunderbar emotionales Konzerterlebnis in einem tollen Rahmen.

Auch dieser Auftritt macht es deutlich: Das Darmstädter Golden Leaves Festival muss bei Musikfreunden unbedingt in den Jahres-Kalender.

Titelbild: The Slow Show | (c) Richard Kilian

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