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Dieser Soundtrack bzw. eigentlich der dazugehörige Film sorgte gleich zweierlei für Aufsehen.

Vö: 26.10.2018 XL/Beggars iTunes LP kaufen

Die Filmfans witterten “Blasphemie!”, denn der original “Suspiria” von 1977, ein erklärter Lieblingsfilm des Autors dieses Textes, ist einer DER Meilensteine des europäischen Horrorkinos, dessen Einfluss in Bild und Ton (der ikonische Soundtrack stammte von der Band Goblin) noch bei heutigen Werken zu erkennen ist. Und die Musikfans wurden hellhörig, ist doch niemand geringerer als Radiohead-Gründer und -Sänger Thom Yorke für den Soundtrack verantwortlich. Der neue Film, in dem eine junge Tanzstudentin übernatürliche Abenteuer in einer renommierten Tanzschule erlebt, muss sich also gleich auf zwei Ebenen beweisen und ob ihm dies als Gesamtkunstwerk gelingt, kann man ab Mitte November 2018 feststellen. Hier geht es aber zunächst um den Soundtrack als solchen. Diesen aber losgelöst vom Film zu bewerten ist nicht einfach. Zu stark ist normalerweise die Verbindung zwischen dem optischen Geschehen und der akustischen Untermalung und das eine funktioniert ohne das andere in den allermeisten Fällen nur bedingt.

Thom Yorke gelingt es zumindest ohne Probleme düstere Klangkaskaden aufzubauen, deren elektronischer Unterbau teils minimalistisch, teils sehr atmosphärisch daherkommt und mit etlichen weiteren Details verfeinert wird.

So finden sich in manchen Tracks Einflüsse aus der gerade aktuellen Synthwave-Bewegung, die die Synthesizer Epen der 80er wieder aufleben lässt, während andere Stücke mehr klangliche Collagen darstellen und im weiteren Verlauf gibt es auch mal ein Stück mit “klassischer” Instrumentierung (Streicher, Akustikgitarre, usw.). Vom original Soundtrack hat sich Yorke aber komplett gelöst, stattdessen wird überraschenderweise mal ein bekanntes Piano-Motiv aus einem Film von Lucio Fulci zitiert.

Da Yorke aber mit seiner Arbeit mehr darauf setzt Atmosphäre zu erzeugen, und weniger gut hörbare Songs, ist der Soundtrack so “stand-alone” jetzt nicht unbedingt etwas, was man zwischendurch immer mal gerne auflegen würde. Im weitesten Sinne würde er ohne Film als “elektronische Experimentalmusik” bezeichnet werden und das ist nun nicht jedermanns Sache. Radiohead-Fans sollten lieber vorher mal reinhören als blind zuschlagen. Aber umso neugieriger ist man, wie das ganze dann im Film auf den Zuschauer wirken wird.

Thom Yorke: Neuer Song zum Kinofilm Suspiria veröffentlicht

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