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Das neue Album des belgischen Post-Rock-Trios THOT hört auf den Namen FLEUVE und ist der Nachfolger des 2014er Werks „The City that Disappears“. Post-Rock einen eigenen Stempel aufzudrücken ist nicht leicht, doch THOT beweisen, dass es doch möglich ist. 

LP kaufen Vö: 20.10.2017 Weyrd Son

Einflüsse, die nicht unbedingt dem Post-Rock angehörig sind, aber funktionieren, sind bei Thot ohne Ende vorzufinden. Allein schon der Beginn des Albums, welcher mit schrägen Synth-Tönen versehen ist, die auf einem Merzbow-Album nicht verkehrt wären, ist ein wunderbares Beispiel hierfür. Dennoch kommen die üblichen Post-Rock-Elemente nicht zu kurz und die Songs bauen sich zu einer regelrechten Explosion auf. Eine ähnliche „Formel“ findet sich in fast jedem Song wieder, außer Song Nummer 7, der fast schon ähnlich wie ein Interlude funktioniert.

„Odra“ beginnt mit schnellen Trommelwirbeln und geht dann in den Gesang, der von einer weiblichen Stimme begleitet bzw. untermalt wird, über. „Vltava“ baut auf sehr gängigen, jedoch schnellen Drumbeats auf und wirkt im Vergleich zu den restlichen Songs des Albums fast schon poppig. „Rhone“ beginnt mit Klavierakkorden, welche, kombiniert mit ruhigem Gesang kurz darauf werden immer mehr Elemente hinzugefügt und so wieder zu einem Gipfel getürmt. „Rhein“ ist der erste Song der das ganze Schema etwas aufrüttelt. Er beginnt mit Gitarrenmelodien und minimalen Percussionsounds. Mit fast schon hypnotischen Drums scheint der Song sich aufzubauen und erinnert dabei nicht wenig an The Mars Volta. Kurz darauf fällt er jedoch wieder in sich zusammen und es wird wieder ruhig wie am Anfang. Ohne Vorwarnung explodiert er dann doch und wird zu einem großen Finale getragen. „Duna“ beginnt mit einem hypnotischen Klaviermotiv und dreckigen Synths. Der Song explodiert dann förmlich, sackt aber wieder ab um den Gesang willkommen zu heißen. Hier ist auch weiblicher Gesang mit von der Partie und die leisen Parts werden immer wieder von plötzlichen und kurzen lauten Parts im Laufe seiner Spieldauer unterbrochen. Ein nahtloser Übergang in „Volga“ der wie schon erwähnt eher als ruhiges Interlude dient. Ruhige Gitarrenmelodien sowie wortloser Gesang, fliegen wie auf einem Klangteppich. Dies wird jäh von „Samara“ unterbrochen. Beginnend mit Drums und Chorsamples schlägt er kurz darauf in ein Drum und Gitarrengewitter um, welches von fast schon Rap-ähnlichen Vocals begleitet wird. Erneut steigert man sich und es wird zum Ende hin immer chaotischer. Das Schlusskapitel „Bosphore“ ist dank seiner Länge von über 10 Minuten ein episches Monstrum und beginnt wieder ruhig mit klassischen Instrumenten, ziemlich spät setzt Gesang ein, welcher im Vergleich zur Länge des Songs sehr spärlich eingesetzt wird. Es wird von Minute zu Minute extremer. Alles überschlägt sich und verwandelt sich in Rückkopplung, die schrill fiepend das Album zum Ende bringt.

Irgendwie ein Album, dass gleichzeitig gewohntes präsentiert, aber dennoch wird alles zuvor da gewesene auf den Kopf gestellt. Am Ende fragt man sich was da eigentlich an einem vorbei gerauscht ist. Trotz der genannten Mankos, macht das Album Spaß und sollte man sich als Post-Rock-Fan bezeichnen, sollte dieses Album auf keinen Fall in der Plattensammlung fehlen. Leider sind die Songs was ihren Aufbau betrifft, bis auf wenige Ausnahmen nahezu identisch, was leider ab und zu den Spaß an der ganzen Sache nimmt.

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