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Es ist wohl niemand in den letzten paar Jahren so viel durch die Clubs, AZs, Bars, Kneipen und Cafés des Landes getourt wie der gute Tigeryouth. Bewaffnet nur mit Gitarre, Gesang und Freunden die es möglich machen. Seine Live-Qualitäten wurden mit Hilfe von Lala Schallplatten vor einiger Zeit auf eine CD gepresst, mit „Leere Gläser“ folgt nun die erste richtige Platte.

Was zuerst ins Auge springt: Anders als Kollegen wie Spaceman Spiff verzichtet Tigeryouth auch im Studio auf eine Band und jedwedes Klimbim. Auch hier gilt es die Gitarre und das Lungenvolumen als einzige Werkzeuge zu nutzen. Ob es der Musik von Tigeryouth zu Gesicht stehen würde, sie mit allerlei Glockenspiel und Konsorten zu verzieren ist allerdings auch sehr fraglich, bedenkt man den Punk in all dieser Singer/Songwriter-Devise. Nicht das Melancholie auf „Leere Gläser“ keinen Platz bekäme, nein. Denn es gibt kein größeres Thema auf „Leere Gläser“ als das ewig quälende und dann eben doch auf eine gewisse Weise schöne Fernweh. Diesem Gefühl sind nicht nur mit „Fernweh I“ und „Fernweh II“ gleich zwei Songs gewidmet, zum Beispiel auch in „Rio“ wird davon erzählt. Aber Tigeryouth hat eben auch Biss. Biss im Gesang und Biss im Text wie mitunter in „Streichholz“ zu hören ist. So wird sich also mit dem Fernweh im Bauch und der Wut in der Stimme durch „Leere Gläser“ geträllert. Der Gedanke liegt nicht fern, dass das Konzept von Akustikklampfe und Gesang über einen Langspieler hinweg nicht vollends das Interesse wach hält. Aber so ist eben nicht. Der Beat ist da, die Ruhe ist da, der Hang zur schönen Melodie auch. Und so ist „Leere Gläser“ ein sehr besonderes Singer/Songwriter-Album geworden.

01 Intro
02 Streichholz
03 Vor Berlin
04 Irland
05 Fernweh I
06 Fernweh II
07 Pflaster
08 Der letzte Schluck der Flasche Vs. das Glück der Welt
09 Disko
10 Leere Gläser
11 Standpauke vom Wirt
12 Rio
13 An unserer längsten Theke
14 Regen auf Glas

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