Tigeryouth waren wohl mal zwei. Jetzt ist es noch einer, bewaffnet mit einer Klampfe und einem lauten Mundwerk. Und der hat jetzt ein Live-Album. Live-Album, das klingt immer so nach Stadion, viel zu lautem Hintergrund-Geplapper und nervigem Mitgesinge. Nicht so, wenn jemand in den Lala Studios zu Gast ist.

Im Falle von Tigeryouth ist daraus ein spitzenmäßig produziertes und sehr schönes Stück Musik geworden. Singer/Songwriter Musik ist das wohl schon, aber mit unbestreitbar ziemlich viel Punk gewürzt. Zu sagen, dass die Songs von Tigeryouth völlig frei von Pathos wären, ist schon gewagt, aber was man festhalten kann, ist dass es niemals jener niemals den ersten Eindruck bestimmt. Es klingt eben sehr ehrlich. Poesie funktioniert hier anders, als man es von den diversen Hamburgern kennt, nämlich mit einer gehörigen Portion Wut und einer Menge Unzufriedenheit. Unzufriedenheit mit Lügen, so manchen Mitmenschen, Konsumsucht und eben allen Vorgartengeschichten. Und jeder versteht sofort worum es geht. Weil es eben manchmal kein Geschwurbel braucht, sondern einfach ein dickes fettes Nein an jeden der einen zwingen will, was zu sein was man nicht ist. Schön auch wie Tigeryouth einfach alles raus schreit und wie es ihm gelingt mit nur geringen Mitteln trotzdem ziemlich laut zu werden. Ich hab das Gefühl, das könnte der Soundtrack für viele Menschen und viele Momente werden.

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