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I don’t expect anything anymore – Steht es mit rabenschwarz triefender Tinte zwischen die ersten Takte von Tonia Reehs zweiten Album unter bürgerlichem Namen, “Fight Of The Stupid” gekleckst, in eigenwilliger, provokanter Handschrift. Was erwartet man von jemandem, der nichts mehr zu erwarten hat? Vieles. Aber nicht dies.

Die Berliner Künstlerin, die einst unter dem Namen Monotekktoni selbstgebastelte Elektro Bomben mit scharfem politischen Abzug in die Massen schleuderte, besinnt sich vorerst wieder auf die Wurzeln ihrer klassischen Klavier und Gesangsausbildung. Sie fühlt sich hörbar wohl dort, eingeigelt zwischen klassischen Klavierstrukturen, die Abstecher in Jazz, Swing und Blues wagen, nur um dann von Innen heraus erbarmungslos aufgebrochen zu werden.

Denn nur, weil es hier an Noise mangelt, sind Tonias Songs noch lange nicht entschaerft. Sie raunt, seufzt, greint, jauchzt, schreit in den menschlichen Abgrund, um seine Tiefen auszuloten, zurück hallen bizarre, in ihrer verzerrten Pathetik fast cabaratesk anmutende Echos, die irgend jemanden ganz hinten in der letzten Reihe wispern lassen: “Wer war noch gleich Amanda Palmer?”

Dabei besteht doch eigentlich kein Grund zur Verzweiflung für jemanden, der die Klappe eines alten Kaffeeautomaten für seine Rhythmusfraktion zu nutzen weiß. Oder von Label Kollege Omar Rodríguez-López mit der Gitarre unterstützt wird. Der “Kampf der Dummen” ist ein kunstvoller Kampf mit allen Mitteln, vom hämmernden Industrial Beat über Marschkapellen Getrommel und über allem dem melancholischen Klavierspiel Reehs.

01 Small Trees and Huge Birds
02 Non Believer
03 Day of Greed
04 Blues for the Devil
05 Madame Et Messieurs
06 The Defeated Woman
07 Fight of the Stupid
08 Stolen
09 Cancer Dancer
10 Hellhound
11 The Accused

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