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Es ist Montagabend und das Zakk in Düsseldorf ist ausverkauft, zumindest fast. Der Grund: Touché Amoré laden zu einer ihrer viel zu selten gewordenen Club-Shows ein.


Dennoch hat man das Gefühl, dass der Hype der vergangenen fünf Jahre um Bands wie Touché Amoré oder auch La Dispute in den letzten Monaten etwas nachgelassen hat. Um es mit Fatoni zu sagen: „Die Zeit heilt alle Hypes.“ und das ist auch gut so. Post-Hardcore im 21. Jahrhundert trägt ja erstaunlicherweise das gleiche Phänomen wie der sogenannte Studentenpunk. Nämlich Karo-Hemden. Nicht nur einmal läuft es mir bei dem Anblick an diesem Abend eiskalt den Rücken runter.

Bei Konzerten die pünktlich beginnen, bin ich grundsätzlich zu spät. Bin ich aber mal pünktlich, fängt das Konzert meistens später an. Finde den Fehler. So kommt es leider dazu, dass ich die Kölner Melodic-Hardcore Band Up North verpasse. Die letzten drei Minuten waren zumindest so gut, dass ich mir auch noch zwei bis drei weitere Lieder angehört hätte.

Im Anschluss daran spielten Basement aus Ipswich (UK). Im Vorfeld der Show habe ich mir ein paar Songs der Band angehört und konnte zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich viel damit anfangen. Die Show in Düsseldorf war wesentlich besser als ich gedacht hätte, dennoch wurde ich nicht so richtig warm. Extrem gute, treibende Parts und dann wieder gähnende Langeweile. Zum Glück ist mein Geschmack nicht der Geschmack der Masse und so konnte man von der Empore des Zakks die Crowd vor der Bühne tanzen und stagediven sehen. Doch Basement dienten nur als Training für den großen Headliner des Abends: Touché Amoré aus Los Angeles.

Und wie es leider zum guten Ton gehört, lassen sich die Jungs um Sänger Jeremy Bolm auch ziemlich viel Zeit bevor sie die Bühne betreten. Dann geht es aber direkt mit Vollgas los. Das Publikum geht ab der ersten Sekunde voll mit. Stagediving, Circle Pit. Jede Zeile wird voller Inbrunst mitgesungen. So läuft das und es macht extrem viel Spaß zuzusehen. Obligatorische kurze, knappe Ansagen. Der Fokus liegt ganz klar auf der Musik und das ist auch gut so. Dazu kommt, dass Touché Amoré einen großen Teil ihrer eher ruhigeren Songs fast gänzlich aussparen. Lediglich das letzte Lied, was wir ein Gute-Nacht Song daherkommt, könnte man in der Set-List noch einmal überdenken. Aber auch das ist Geschmackssache. Die Zugabe spare ich mir, da ich von einem solchen Rockstar Gehabe nichts halte und ohnehin von dem ständigen im Takt klatschen genug habe. Daran trägt die Band nur eine Teilschuld und vielleicht gehört das auch zum Melodic Hardcore von heute, genauso wie das ständige auf das Handy starren während der Show.

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