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Minimalistischer und düsterer denn je kommt Vlimmer mit der neuen EP Loslösung zurück. Die Struktur löst sich hier aus, die Beats nehmen ab, Grautöne werden in Klang umgewandelt: „Loslösung“ entführt noch einmal schleichend in die Welt von Vlimmer.

Die Loslösung EP, die bei Last Day Deaf erschienen ist und zum kostenlosen Download zur Verfügung steht, startet mit „Hinabgezogen“. Es geht nach unten, es geht unter diesen Schleier, den Vlimmer auf die Realität wirft. Der Track ist sehr essenziell und atmosphärisch. Die Synths und der Doppelgesang kreieren eine Stimmung der Auflösung, die etwas Sakrales an sich hat. Die verzerrten Synths, die man in der EP oft hört, schließen alle Zwischenräume ab, wie Wolken, die sich zusammendrängen. Die Glockenklänge erwecken den Eindruck von kleinen Lichtern, von Sternen, die sich gegen diese Wolken wehren. Die langsamen Drums von „Losgelöst“, die etwas ungewöhnlich für Vlimmer klingen, halten in Bann und die beklemmenden Verzerrungen schließen den Hörer in dem Song ein. Trotz des Minimalismus ist der Sound dicht, schwer und lässt keinen Ausweg.

Weiter starke Verzerrungen hört man in „Begraben“. Auch hier baut sich der Song auf, ein Element nach dem anderen wächst er vom Flüstern bis zu einem starken Konstrukt, zu dichten Nebelszenen, die alles anderes verdunkeln. Die kratzigen Synths, die sich so schön in die Länge ziehen, erinnern an Nine Inch Nails, während das helle Tamburin exotisch und hypnotisierend klingt. Für einen Funken Helligkeit sorgt auch die Zither in „Aufgelöst“, wieder ein nebeliges, körperloses Lied, linear und dennoch emotional, vor allem durch den Gesang.

Und wenn alles sich so losgelöst in Nebel verliert, kommt „Zeitentschleunigt“. Ein Song mit einer ergreifenden und leichten Melodie, die gleich ins Herz trifft. Es ist ein Blick in die Ferne, dorthin, wo diese tiefe Synths hinführen. Ein Blick zum Horizont, „er bleibt, steigt, bleibt, steigt“, wie Alexander Leonard Donat singt. Die Glöckchen erinnern an Kraftwerk, sie erklingen über der Melodie und harmonieren gleichzeitig mit dieser. Es ist fast ein abruptes Ende, wenn der Song vorbei ist, denn genau dieser macht Lust auf mehr.

Auch in „Loslösung“ bleibt Vlimmer sich treu. Wieder strahlt die Musik Stärke, ohne Aufregung, ohne umzuhauen. Wieder findet dieser Sound den Weg ins Innere, er kreist den Hörer um, um immer näher zu kommen und ihn schließlich völlig einzunehmen. Diese Musik lässt vergessen, lässt die Nebel durch die Seele wühlen.

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