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Schläft dieser Mann eigentlich jemals? Angesichts der Flut an Veröffentlichungen von We Deserve This alias Jan-Dirk Platek könnte man in letzter Zeit echte Zweifel daran hegen. Mit „Silencer“ legt der nimmermüde Multiinstrumentalist aus Velbert sein neuestes Album vor.

Gerade einmal zwei Monate ist die letzte Platte „Nulllinie“ alt, da schiebt We Deserve This schon die nächste hinterher und findet in der Zwischenzeit sogar noch genügend Zeit, um mit „We Are Dead“ und „Echolot“ zwei EPs zu veröffentlichen. Was für ein wahnsinniger Output! Vollends ausgefüllt scheint Jan-Dirk Platek, der kreative Kopf hinter We Deserve This, mit alldem trotzdem nicht zu sein und unterhält parallel auch noch das Zweitprojekt Eldriver.

Wie schon sein Vorgänger besticht das neue We Deserve This-Album „Silencer“ besonders durch die stimmige Produktion, wobei Platek nicht nur sämtliche Instrumente selbst spielt, sondern auch am Mischpult alle Fader in der Hand hält. Do-It-Yourself durch und durch heißt die Devise. Zur Klavierbegleitung entspinnen sich im Opener „Crystalline Lens“ zunächst luftige Gitarrenmelodien, die sich immer wieder aufs Neue zu hymnischen Abschnitten aufbäumen. Deutlich mehr nach vorne, als der eher gemächlich dahin schreitende Beginn, gehen die beiden folgenden Tracks, „Daydream“ und „Detonator“. Mit stampfenden Bass-Schlagzeug-Fundamenten und angezerrten Gitarren betont Platek hier eindeutig seine rockige Seite und liegt damit goldrichtig. „Passionate“ schlägt anschließend einen Bogen zurück zum Anfang des Albums, denn die Mischung aus Klavier- und Gitarrenklängen, sowie der bedächtig-träumerische Gestus des Stückes knüpfen hörbar an den Eröffnungssong an. Der Titeltrack an fünfter Stelle ist dann auch wieder ruhiger gehalten und nimmt sich mit seinen Delay-Gitarren viel Zeit zur Entwicklung, die in einem finalen Höhepunkt mündet. Beschlossen wird das Album mit „Night Versions“ und seinen ständig aufflackernden Keyboardsounds, welche beim ersten Hören noch etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen, sich dann aber nach mehreren Durchläufen ganz gut in das Klangbild einfügen.

Trotz handwerklichen Geschicks und vieler ideenreicher Einfälle lässt „Silencer“ die nötigen Überraschungsmomente vermissen. Denn durch die nach ähnlichem Muster gestrickten Songstrukturen stellt sich schnell eine gewisse Vorhersehbarkeit ein, manche Ideen wirken nicht zu Ende gedacht. Um dem entgegen zu wirken, sollte Jan-Dirk Platek mit We Deserve This in Zukunft, statt auf Quantität, stärker auf Qualität setzen und seinen Songs mehr Reifezeit geben, anstatt die nächste Veröffentlichung anzupeilen. „Silencer“ ist deshalb noch lange keine schlechte Platte geworden, es bleibt aber der Eindruck, dass nicht das ganze Potential vollends ausgeschöpft wurde.



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