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Der Himmel weint an diesem besonderen Tag. Besonders, weil Sookee das letzte Mal an diesem Abend eine Bühne in Köln als Sookee betreten wird.

Es ist das zweite von insgesamt fünf Abschiedskonzerten auf der Wenns am Schönsten ist-Tour. Die Berliner Rapperin hat sich vor einigen Monaten bereits ausgesprochen ehrlich an ihre Fans und Wegbegleiter:innen gewandt. In ihrem Post erläutert sie ihre Entscheidung und die Beweggründe dazu und man versteht sie, wenn man ihre Musik schon eine Weile verfolgt. Für Sookee war Rap nie nur Musik oder eine Kunstform, sondern immer auch ein politisches Sprachohr, vielleicht war es vor allem sogar das und so ist es mehr als nachvollziehbar, dass sie als Sookee den Bühnen dieser Welt auf Wiedersehen sagt.

Das Konzert in Köln war bereits lange im Vorfeld ausverkauft. 1000 Menschen fanden sich im Kölner Outback ein, nahmen lange Bahn- und Busfahrten auf sich, um ein letztes Mal zu Liedern wie Siebenmeilenhighheels, Bitches Butches Dykes & Divas, Pro Homo und mehr tanzen zu können. Häufig war die Bühne in ein strahlendes Lila getaucht, kein Zufall.

Begleitet wurde Sookee während des Konzerts von Gastrapper:innen und Live-Musiker:innen. Den Abend eröffnen durfte die fabelhafte Babsi Tollwut. Die ebenfalls aus Berlin kommende Rapperin, die von Spezial-K unterstützt wurde, war der perfekte Einstieg. HipHop mit Tiefgang und klarer Kante. Das Publikum war jedenfalls begeistert, aber Babsi Tollwut ist auch keine Unbekannte mehr im Rapbusiness.

Das letzte Köln-Konzert von Sookee war in drei Teile unterteilt. Part 1: Sookee wie wir sie kennen. Politisch, ehrlich, wunderbar. Part 2: Kurzer Talk mit Musikjournalist und Autor Linus Volkmann, in dem sie noch einmal ihre Beweggründe zum Abschied erläuterte. Wer nun denkt, das im Anschluss die Luft raus war, täuscht sich. Dieser Abend war nicht nur ein Abschiedskonzert, sondern auch ein Ausblickkonzert auf Sukini und was wir in diesem Zuge erwarten können. Ebenso politisch, ebenso ehrlich, ebenso wunderbar. Dafür in leichterer Sprache mit wundervollen Metaphern.

Als ich die Kantine nach über drei Stunden verließ, konnte man das Klatschen des Publikums auch draußen hören und der Himmel weinte noch immer.

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