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Wild Nothing klingen jetzt anders. Würde man nach ihm graben, ganz ambitioniert nach ihm suchen, dann fände man ihn sicherlich noch irgendwo unter den vielen anderen neuen Klangfarben. Ja, der Sound von Wild Nothing ist jetzt ein anderer – deal with it.

Wild Nothing erfuhren keine dieser Kehrtwenden, mit der sich nicht jeder anfreunden könnte, wie zum Beispiel ein Bob Dylan, der in den 60ern hochdramatisch zur E-Gitarre griff oder Tame Impala, die im letzten Jahr schon weit weniger dramatisch den neuen „Currents“-Sound erschufen.

„Life Of Pause“ geht in eine neue, aber durchweg gefällige Richtung: Mastermind Jack Tatum verdichtet auf diesem Album den Sound durch weitere Schichten neuer musikalischer Elemente. Als Dream Pop kann man die Sounds noch immer beschreiben, doch nur noch mit Vorsicht – ein gewisses Maß an psychedelischen Klängen ist dazugekommen und die Basslinien haben an so viel Groove zugelegt, dass sie ohne Probleme das Prädikat „funky“ einheimsen können. Dass Jack Tatum kein Fan vom Schubladendenken ist, beweist er damit einmal wieder eindrucksvoll auf diesem dritten Album.

Diese Antihaltung ist jedoch keine Agenda, keine gezwungene Rebellion, die Innovation kommt von Herzen: Verträumte Synthies werden tanzbar, ein poppiger Refrain jagt den nächsten, allerdings so vielschichtig, ohne je Gefahr zu laufen, sich in Belanglosigkeit schnell abzunutzen. Etwas weniger Shins-Träumerei trifft auf mehr Spielereien und Störgeräusche ala Dumbo Gets Mad. Die Hörer müssen hier erst durch die dichten Klänge tauchen, um zu den Perlen zu gelangen. Drängen sich anfangs noch der poppige Titeltrack oder die Vorab-Single „TV Queen“ in den Vordergrund, wissen Träumer wie „Adore“ oder der chillige Closer „Love Underneath My Thumb“ auf späteren Tauchgängen zu überzeugen. Wild Nothing liefern mit „Life Of Pause“ ihr wohl interessantestes Album ab und das im positivsten Sinne.

Wild Nothing Termine in Deutschland:
22.06.2016 – Hamburg Knust
23.06.2016 – Berlin Lido
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