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Wolves In The Throne Room sollten jedem offenen Metal-Hörer ein Begriff sein. Nach der letzten Veröffentlichung „Celestite„ vor drei Jahren haben sich die Weaver-Brüder erneut zusammen getan und mit Unterstützung einiger namenhafter Musiker ein Stück Musik, wie geschaffen für den kommenden Herbst, geschaffen. Ob sie ihrem Ruf als eine der spannendsten Black Metal-Bands der Neuzeit gerecht werden, bleibt abzuwarten.

LP kaufen Vö: 06.10.2017 Artemisia Records

Mit ruhigen Akustikklängen beginnt der Opener „Born From The Serent’s Eve“, nur um nach einer Minute in einem Uptempo-Part überzugehen und zum ersten Mal eine Gitarrenmelodie, begleitet vom Gekrächze von Nathan Weaver zu münden. Was hierbei sofort auffällt sind die stark vordergründigen Keyboard-Flächen und der sehr bassarme Sound. Zur Hälfte wird der Song klassisch schwarzmetallisch. Aber Wolves In The Throne Room wären nicht Sie selbst, wenn Sie nicht auch das Mystische in ihre Epen bringen würden. Ein Windspiel läutet einen ruhigen Part ein, in dem zum ersten Mal Anna von Hausswolff ihren engelsgleichen Gesang beisteuern darf. Mit einer dramatischen Gitarrenmelodie endet der Song im mittleren Tempo.

„The Old Ones Are With Us“ fängt ebenfalls mit ruhigen Klängen an, allerdings steuert hier Steve Von Till, der von Neurosis bekannt sein dürfte, seinen unverkennbaren Gesang bei. Langsam setzt sich das Stück fort. Eine feierliche Atmosphäre wird beschworen – alles bleibt im gemäßigten Tempo. Im Mittelteil darf Steve Von Till nochmalig seinen beschwörenden Gesang beisteuern. Ohne einen weiteren Höhepunkt endet der fast neunminütige Song mit recht dominanten Keyboardflächen, bei denen die Gitarren arg in den Hintergrund geraten.

„Angbroda“ beginnt mit einem düsteren Riff im Uptempo. Es folgt ein sehr schleppender Part, der besonders an die ersten beiden Alben der Band erinnert. Auch die dramatischen Melodien und Harmonien lassen wieder erahnen, was den Zauber, die Magie dieser Musiker und Songwriter ausmacht. Zur Hälfte des Stücks werden die Gitarren zurückgefahren und ein Ambient-Part, der nicht störend wirkt, wird eingeschoben. Der anschließende schleppende Teil ist düster, erreicht aber nicht die absolute Finsternis eines „Vastness & Sorrow“.

Den Anfang von „Mother Owl, Father Ocean“ darf wieder Anna von Hausswolff in Begleitung von Flächenssounds und einer Harfe veredeln. Mit seinen zweieinhalb Minuten ist dies auch das kürzeste Stück des Albums.

„Fires Roar In The Palace Of The Moon“ beginnt wieder klassisch schwarz-metallisch und lässt mit seinen Tempowechseln ein wenig aufhorchen. Zur Hälfte stoppt das Stück etwas unerwartet und unheilvolle Geräusche läuten einen düster-schleppenden Part ein, der wieder schnell von dramatisch anmutenden Melodien abgelöst wird. Beendet wird der Song mit einem Uptempo-Part der in ein Rauschen mündet.

Wolves In The Throne Room wirken in diesen etwas mehr als vierzig Minuten leider nicht mehr, wie das Rudel Wölfe, das sich seinen Weg durch verschneite Berge bahnt. Alles wirkt gemäßigter, die einstige Magie scheint langsam zu schwinden. Die klare, aber druckarme Produktion von Randall Dunn verstärkt den Eindruck. Das Artwork von Denis Forkas mit den Landschaftsaufnahmen von Jake Westrock und Valnoir allerdings ist sehr gelungen. Der Fokus sollte aber auf der Musik liegen. Und dabei zeigen sich leider die ersten Ermüdungserscheinungen. Dies mag nur ein persönlicher Eindruck sein, aber auch nach der zehnten Umdrehung der Platte ändert sich das Gefühl nicht.

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