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Eine kleine dreckige Perle, das ist die neue Mini-EP von XTR Human. Kalt, düster und elektronisch war das erste gut gelungene Werk der Band aus Stuttgart, „Atavism“. Jetzt hat sich diese Dark-Wave-Stimmung in direkte Energie umgewandelt.

Die Mischung aus Post-Punk, Shoegaze und Cold Wave bleibt bestehen, doch auf dem neuen Werk sind die Gewichte etwas verschoben. Wo vorher eingängige Synth-Melodien im Vordergrund waren, ist in „In Circles“ eine direkte Ansprache aus rabiaten Gitarren und ergreifenden Bass-Lines.

Und XTR Human hatten alle Voraussetzungen, um einen neuen Weg zu gehen. Ein Umzug von Stuttgart nach Berlin. Eine neue Besetzung. Ob es daran lag, kann man vermuten, was sicher steht, ist das gelungene Ergebnis.

„Progress“ ist der erste Song auf der EP. Ein Titel wie eine Ansage für das neue Werk der Band. Denn das wird der Ton des neuen Albums: Schöne melodische Gitarren, die sich stellenweise auch in Richtung Noise bewegen, pulsierende und mitreißende Bass-Lines, die wirklich jeden Song aufwerten, schwelgerische Synths und ein atmosphärischer, deutlich besserer Gesang als auf dem Vorgänger-Album. Den Vergleich mit der Stimme von Ian Curtis hat der Sänger Johann Stabel bestimmt tausend mal gehört, doch den kann man nicht umgehen. Auch dank dieses Gesangs klingen die „neuen“ XTR Human weniger goth, sondern dreckiger und etwas punkiger. Man stellt sich vor eine imaginäre Schnittstelle zwischen Joy Division, The Sound und Wipers.

Das sechs Tracks lange Album besitzt eine gewisse Vintage-Patina, als ob XTR Human Ende der 70er die EP aufgenommen hätten. Die Titeltrack „In Circles“ reißt einfach alles und alle mit. Man kann nicht still bleiben. Hier besticht der Gesang besonders durch die eigenwillige Betonung einiger Wörter, der Bass durch eine treibende schnelle Linie. „Stagnation“ wirkt durch die 80er Jahre Synths etwas nostalgischer. Hier vermischen sich die verzerrten Gitarren mit den Synths zum einem schwarzen, elektrifizierenden Klangteppich, der den eindringliche Bass noch mehr im Vordergrund zieht. „Monospace“ hat einen perfekten Refrain zum laut Schreien und einen starken noisigen, kaputten Charakter.

Zu den vier Tracks kommen auch noch zwei Remixversionen dazu. Das französische Cold-Wave Duo Minuit Machine hat dem Track „Progress“ eine Extra-Portion Synths und Drum-Machine verpasst. So hätte der Song auch auf das Album „Atavism“ passen können. Die schöne atmosphärische und tanzbare Version von Minuit Machine klingt wie ein eigenständiger Song. Dann haben XTR Human ein Lied der Französinnen gecovert, das wunderschöne „Love is God“, das nun noch mehr sexy und düsterer wird. Man kann sich fragen, ob die zwei Tracks zum gesamten Konzept wirklich passen. Vielleicht wäre doch besser gewesen, zwei andere eigenen Songs zu bekommen. Denn nach dem ersten Hören von „In Circles“ will man mehr. Die EP lässt einfach auf weitere genauso mitreißende Tracks hoffen.

XTR Human Shows:

11. Dezember, 21 Uhr, Theater Rampe in Stuttgart
9. Januar, 21.30 Uhr, Deca Dance Ballonfabrik in Augsburg

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Marc Michael Mays

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