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Endlich!

Yuck haben ihr neues Album released. Seit einigen Tagen kann man das gute Stück bewundern bzw. sich darüber beschweren, dass Daniel, der ehemalige Gitarrist und Sänger der Band, nicht mehr dabei ist und deswegen ja jetzt alles total doof klingt, Yuck nicht mehr so sind wie vorher und früher sowieso alles besser war.

Aber jetzt mal im Ernst: Was soll das eigentlich?

Ich habe seit einigen Monaten die Facebook-Diskussionen auf der Seite der Band verfolgt. Nachdem im April bekannt gegeben wurde, dass Daniel nicht mehr dabei ist, ging ein Aufschrei der Extraklasse los. Im Post hieß es: „We’re getting ready to go to New York this week to record our 2nd album! Unfortunately, Daniel won’t be joining us as he’s decided to focus on other things.“

In Kommentaren hieß es unter anderem, dass Yuck ohne Daniel nicht mehr Yuck wären, er der tragende Teil der Band gewesen sei und man ihn sowieso nicht ersetzen könne und somit auch eigentlich kein Interesse mehr am neuen Album bestehe. „Yuck without Daniel? Good luck guys. Fuck“

Ich möchte ungern Details aus dem Nähkästchen ausplaudern. Alles was ich sagen kann ist, dass ich damals, als ich mit meiner Band Jaguwar Yuck auf ihrer ersten Deutschland-Tour supportet habe, wunderbare Menschen kennengelernt habe, die ihre Musik alle ernst nehmen, professionell und alle unglaublich talentierte Musiker sind. Da steht keiner jemandem in irgendetwas nach und das sollen gefälligst alle wissen. Yuck sind weniger eine Band, die sich um eine talentierte Person herum schart. Vielmehr sind sie eine Supergroup, wie es in der Musikgeschichte viele Beispiele gibt. Die meisten dieser Bands haben sich immer nach wenigen Jahren aufgelöst, da es solch‘ starke Persönlichkeiten selten lange in dem engen Korsett einer Band hält. Vielmehr finden sie ihren Frieden in Soloprojekten, die mehr oder minder erfolgreich sind.

Doch Yuck machen weiter und das ist etwas wunderbares. Sollen die Leute doch reden, wie sie wollen. Letztendlich zählt das Ergebnis!

Das neue Album ist anders?! Ach nein, wirklich?

Natürlich ist es anders! Wäre auch schlimm, wenn es nicht so wäre. Ein zweites erstes Album braucht ja auch kein Mensch.

Der Sound unterscheidet sich deutlich vom ersten Album. Im ersten Moment wirkt es etwas dünn aber letztendlich zeigt sich nach mehrmaligem Hören, dass er auch differenzierter ist. So kommen erstmals Blasinstrumente zum Einsatz, die aber nicht stören, sondern die Songs vervollkommnen. Der erste Song „Sunrise in Maple Shade“ ist ein Instrumental. Sicher haben viele erwartet, dass der erste Song wieder ein Brecher, wie „Get away“ wird, aber ist das was Schlechtes? Meiner Meinung nach ist dem nicht so. Eigentlich vermittelt der erste Song sogar einen unglaublich guten ersten Eindruck im Bezug auf das Album. Es ist weniger laut und direkt, dafür an vielen Stellen zarter und vorsichtiger. Es nimmt einen nicht sofort so gefangen wie der Vorgänger, doch hat es durchaus Songs mit Hitpotenzial. „Lose My Breath“ und die erste Single-Auskopplung „Middle Sea“ gehören zu dieser Kategorie. An anderen Stellen hat es mehr Shoegaze-Einflüsse und dann wieder Oldschool Indie-Rock Attitüde. Es ist unglaublich abwechslungsreich, ohne dabei zerfahren zu klingen. Das ist eine sehr große Kunst, die ich an Bands sehr schätze es aber nur selten in Perfektion zu hören gibt.

Zu den Kritikpunkten der Pro-Daniel und Anti-Yuck Kampagne:

Ja, die Platte klingt anders. Ist das schlimm? Nein, ich finde sie haben sich weiterentwickelt.

Sind Yuck nicht mehr die selben wie früher? Ist ein Glas Wein leer, wenn noch ¾ der Flasche mit dem süßen Trunk gefüllt ist?

Wem die neue Platte der Band Nichts ist, der soll sie halt nicht hören. Nicht das erste Mal, dass sich Bandbesetzungen ändern und ich gebe zu, nicht immer war das gut für die Karriere einer Band. Im Falle von Yuck hoffe ich, dass die Menschen erwachsen genug sind, und ihre so hochgelobte Lieblingsband nicht hängen lassen. Ich tue es nicht und unterstütze wo ich kann.

Nur so am Rande: Yuck haben einen neuen Gitarristen, den sie in einem unglaublich schönen Parodie-Video vorstellen.

Sie supporten im Okober die Pixies.

Daniel hat jetzt ein Soloprojekt namens Hebronix und hat im Juli diesen Jahres seine erstes Album „Unreal“ über ATP veröffentlicht.

Ich wünsche alles Gute und zum Schluss noch der obligatorische Hipster-Spruch: Haters gonna hate.

01 Sunrise in maple shade
02 Out of time
03 Lose my breath
04 Memorial fields
05 Middle sea
06 Rebirth
07 Somewhere
08 Nothing new
09 How does it feel
10 Twilight in maple shade (chinese cymbals)
11 Glow & behold

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